Fachtag – 6. November 2019

Fachtag – 6. November 2019

„Merkt ihr, dass ich traurig bin?“

Eine Annäherung an das Erleben demenziell veränderter Menschen.

Der Veranstaltungsflyer als .pdf Datei.

Programm:

  • 9.30 Uhr Begrüßung (Frau Kollarz und Frau Urbons)
  • 9.45 Uhr Vortrag 1 (Frau Dr. Sottong)
  • 10.30 Uhr Kaffeepause
  • 10.45 Uhr Vortrag 2 (Frau Dr. Birkholz)
  • 11.30 Uhr Vortrag 3 (Frau Gruschinski)
  • 12.15 Uhr Mittagspause
  • 13.00 Uhr Workshoprunde 1
  • 14.30 Uhr Kaffeepause
  • 15.00 Uhr Workshoprunde 2
  • 16.30 Uhr Plenum (Frau Kollarz und Frau Urbons)
  • 17.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsort:
Don-Bosco-Haus
Göttinger Chaussee 147
30459 Hannover

Anmeldung

Teilnahmebeitrag: 60 Euro
(incl. Getränke und Mittagsimbiss)
Bitte geben Sie bei der Anmeldung unbedingt Ihre beiden Workshop-Wünsche an!
Die Teilnehmer*innen melden sich im Sekretariat des Malteser Hilfsdienstes e. V. vorzugsweise per Mail oder per Telefon, andernfalls auch per Post an:
– Mail: Marijana.Kljajic@malteser.org
– Tel.: 0511 / 95986 – 41 // Fax: 0511 / 95986 – 40
Anschrift: Malteser Hilfsdienst e. V.
Zu den Mergelbrüchen 4
30559 Hannover

Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie per
Mail / Post eine Rechnung mit näheren Angaben
zur Begleichung der Teilnahmegebühr. Diese gilt gleichzeitig als Anmeldebestätigung!

Anmeldeschluss: 18. Oktober 2019

Kontakt

Malteser Hilfsdienst e. V.
Besuchs- und Demenzdienste / Don-Bosco-Haus
Göttinger Chaussee 147 / 30459 Hannover
Telefon: 0151 / 14 78 33 76 oder 0170 / 928 05 44
Besuchs-u.Demenzdienst.Hannover@malteser.org
www.malteser-hannover.de

Alzheimer Gesellschaft Hannover e. V.
Osterstraße 27 / 30159 Hannover
Telefon: 0511 / 726 15 05
kontakt@alzheimergesellschaft-hannover.de
www.alzheimergesellschaft-hannover.de

Eine gemeinsame Veranstaltung von
Malteser Hilfsdienst e. V. und Alzheimer Gesellschaft Hannover e. V.

„Merkt ihr, dass ich traurig bin?“

Eine Annäherung an das Erleben demenziell veränderter Menschen Menschen mit einer Demenzerkrankung werden oft über Jahre mit zunehmenden Beeinträchtigungen und Verlusten von Fähigkeiten konfrontiert und nehmen diese zum Teil auch bewusst wahr. Hinzu kommt der Verlust von Kontakten und nahe stehenden Personen, z. B. durch Tod.
Damit auch in diesem Bereich ein empathischer und damit würdevoller Umgang gelingen kann, werden wir folgende Fragen erörtern: Wie erleben Menschen mit Demenz eigentlich diese zunehmenden Veränderungen? Empfinden sie darüber Trauer? Inwieweit nehmen sie dieses Gefühl überhaupt wahr? Woran erkennen wir Menschen mit Demenz, die Trauer empfinden und wie begegnen wir ihnen? Wie können wir sie in dieser Situation begleiten und unterstützen?
Die Teilnehmenden sollen in dieser Veranstaltung das Erleben von Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt stellen und Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit diesen Gefühlen entwickeln.
Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die beruflich, ehrenamtlich oder privat Menschen mit Demenz begleiten.

In Kontakt bleiben – bis zum letzten Atemzug

Vortrag 1 (Frau Dr. Sottong)
Menschen mit einer Demenzerkrankung sind schon lange vor ihrem Lebensende durch die demenzbedingten Symptome in ihrer Lebensführung stark belastet und eingeschränkt und in besonderer Weise von anderen Menschen abhängig. Trotz ihrer zunehmenden Beeinträchtigungen bleiben sie aber bis zum letzten Atemzug eine Person mit eigenen Bedürfnissen und der ihnen angeborenen Würde. Der Verlust oder die Einschränkung bestimmter Fähigkeiten bedeutet nicht, dass sie kein Bewusstsein mehr haben und als Person nicht mehr existieren. Im Gegenteil.

Workshop 1 (Frau Dr. Sottong)
Die Inhalte des Vortrages werden vertieft.

Angehörige im Kontakt mit der Trauer von Menschen mit Demenz.

Vortrag 2 (Frau Dr. Birkholz)
Trauer ist nicht das Problem, sondern die Lösung bei der Verarbeitung von Veränderungen und Abschieden. Das Leben mit Demenz bringt Veränderungen mit sich, die das gewohnte (Zusammen)Leben zerbrechen lassen. Zunächst sind diese Veränderungen vielfach schmerzhaft und Trauer ist unausweichlich. Angehörige sind doppelt herausgefordert: Sie sind selbst Trauernde und müssen eine neue Balance im Leben finden. Gleichzeitig sind sie es, die ihren Angehörigen gut kennen und in seinen Reaktionen und Äußerungen die Trauer erkennen können. Wie kann es gelingen, dass die Trauer beider wahr- und ernstgenommen wird und Angehörige den Mut finden, die Trauer des anderen zu sehen und zu begleiten? Gemeinsam durch die demenzbedingte Trauer zu gehen kann zu einer neuen, gestärkten und vertieften Beziehung im Leben mit Demenz führen.

Workshop 2 (Frau Dr. Birkholz)
Im Workshop werden auf der Grundlage des Vortrages Themen vertieft und mit praktischen Beispielen vor Augen geführt. Die Themen orientieren sich an den Wünschen der Teilnehmenden. Sie sind eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen mit einzubringen. Fallbeispiele werden entfaltet, die die Bedürfnisse und Chancen von Angehörigen beleuchten können. Konkrete Anregungen zur Begleitung von und durch Angehörige bei demenzbedingter Trauer sollen die Praxis der Teilnehmenden bereichern.

Beziehung als Brücke zur Welt von Menschen mit Demenz

Vortrag 3 (Frau Gruschinski)
Wie gelingt professionell Pflegenden der notwendige Beziehungsaufbau mit dem Wissen, jemanden zu verlieren und darüber traurig zu sein? Das Gefühl, gehört, verstanden und angenommen zu werden, hat für Menschen mit Demenz, besonders in ihrer letzten Lebensphase, eine besondere Bedeutung. Gute Beziehungen zählen zu den wesentlichen Faktoren, die ihr Befinden und ihre Lebensqualität enorm beeinflussen. Im Verlauf der Demenz sind Personen zunehmend eingeschränkt sich mitzuteilen, deshalb stoßen auch Fachkräfte oft an die Grenzen ihrer eigenen Handlungsmöglichkeiten. Eigene Betroffenheit, Unsicherheiten, manchmal auch Unwissenheit machen es schwer, dem Erkrankten in seiner besonderen Lebenslage gerecht zu werden. Eine besonders gute Wahrnehmung und Beobachtung der Erkrankten, besonders auf der nonverbalen Ebene, und das Kennen individueller Besonderheiten sind für eine adäquate Pflege unerlässlich.

Workshop 3 (Frau Gruschinski)
Im Workshop sollen die Teilnehmer*innen Handlungsmöglichkeiten einer achtsamen und individuellen Pflege- und Abschiedskultur kennenlernen. Es gilt zu schauen, wie es gelingen kann, sich auf die Demenz einzustellen und möglichst gut miteinander zu leben und verbunden zu bleiben.

Referentinnen

Dr. med. Ursula Sottong MPH MSC
Ärztin, Gesundheitswissenschaftlerin, system. Beraterin,
Silviahemmet, Trainerin und Silvia Doctor, Leiterin der Malteser Fachstelle Demenz

Dr. phil. Carmen Birkholz
Dipl.–Theologin
Doktorat am Institut für Palliative Care und
OrganisationsEthik / IFF Wien zur spirituellen Sorge um
Menschen mit Demenz im Kontext von Palliative Care

Nadine Gruschinski
Dipl.-Sozialpädagogin / Geragogin und Trainerin T3

Moderation
Elfriede Kollarz, Malteser Hilfsdienst e. V.
Leitung Referat, Soziales Ehrenamt
Theresia Urbons, Alzheimer Gesellschaft Hannover e. V.